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Hörgerätetechnologie

Selbst das beste Hörsystem der Welt ist nicht so gut, wie das optimale menschliche Gehör. Auch mit dem besten Hörsystem werden Sie also nicht so hören können wie früher. Insofern sollten Sie abwägen, wie viele zusätzliche Abstriche vom heute machbaren Optimum Sie für sich in kauf nehmen wollen.

Wie Hörgeräte arbeiten
Grundsätzlich arbeiten alle Hörgeräte wie eine Lautsprecheranlage: Sie nehmen den Schall über ein (oder mehrere) Mikrofon(e) auf, bearbeiten und verstärken ihn und geben ihn über einen Lautsprecher wieder aus.
Die wesentlichen Qualitätsunterschiede liegen in der Frage, wie die Hörgeräte den Schall bearbeiten. Wir umreißen das riesige Spektrum der Möglichkeiten, indem wir Ihnen nachfolgend recht einfache Hörgeräte und die derzeit besten Systeme beschreiben. Zwischen diesen beiden Extremen finden sich alle weiteren Varianten.

Einfache Hörgeräte
Auch die einfachsten Hörgeräte arbeiten heute meist schon mit Digitaltechnik. Das ist kein Wert an sich. Manche Menschen mögen den Klang von analogen Geräten sogar lieber. Dennoch ist absehbar, dass in einiger Zeit alle Hörgeräte eine digitale Signalverarbeitung haben werden.

Einfache Digitalgeräte verarbeiten den Schall mit Verstärkungsstrategien aus dem Analogzeitalter. Da wird nach einer sehr einfachen Formel (z.B. Verstärkung = halber Hörverlust) gearbeitet. Das wird dem extrem hohen Auflösungsvermögen des Gehörs wenig gerecht und so wird Vieles sehr laut oder sehr leise sein. Dennoch wird man speziell in ruhiger Umgebung deutlich besser verstehen als ohne solche Geräte.

Auch einfache Hörgeräte bieten Leistungsmerkmale (Features), die sich wortgleich bei den besten Systemen wieder finden, z.B. Richtmikrofone oder Lärm-Unterdrückung. Das ist so als ob Sie bei einem Auto lesen würden „Mit Motor und Getriebe“. In jedem Fahrzeug finden sich beide Aggregate, wichtig ist, ob es sich beim Motor um einen Zweitakter oder einen Achtzylinder handelt. Und so ist es auch bei Hörgeräten:

Bei einer einfachen Lärm-Unterdrückung werden lediglich die Bässe abgesenkt. Dadurch wird das Klangbild klarer und man versteht besser. Bei einfachen Richtmikrofonen wird eine dominante Lärmquelle reduziert – und wenn das die entscheidende Störquelle war, kann man sich leichter verständigen.

Dennoch ist es erstaunlich, dass viele Hör-Akustiker diese Technologien bereits für eine sehr geringe Zuzahlung zur Verfügung stellen. Menschen, die sich vor 10 Jahren einfache Hörgeräte gekauft haben und diese mit der heutigen Qualität vergleichen, werden kaum fassen können, was sich in diesem Bereich getan hat.

High-End-Hörsysteme
Spitzenhörgeräte arbeiten immer mit mehreren Richtmikrofonen, die zahlreiche Störgeräusche von vorn herein reduzieren. Die High-Ende-Geräte von Oticon (und nur die) können Sprache und Lärm anhand unterschiedlicher Schall-Eigenschaften unterscheiden. Das führt zum Beispiel bei einer Lärm-Unterdrückung dazu, dass Sprache verstärkt werden kann, während Lärm (gleichzeitig!) reduziert wird, egal ob er aus hohen oder tiefen Tönen oder aus Mix von Tönen besteht. In einer Gesprächssituation auf einer Party wird der Lärm nicht mal laut und mal leise, je nachdem ob der Hörgeräteträger spricht oder zuhört, sondern er wird auf ein festes Niveau gesetzt, das ein störungsfreies Gespräch auch unter diesen schwierigen Bedingungen ermöglicht.

Das Entscheidende ist jedoch, dass die neusten Hörgeräte nicht nur „ihr Ohr“ versorgen, sondern ein naturnahes Klang-Panorama aufbauen. Bisher hat jedes Hörgerät das Hördefizit auf „seinem Ohr“ mehr oder wenig gut ausgeglichen. Das hatte zur Folge, dass alle Stimmen und Geräusche auf beiden Ohren etwa gleich laut waren. Und das ist leider völlig unnatürlich.

Das Gehör nutzt winzige Lautstärke- und Klang-Unterschiede zwischen beiden Ohren, um ein Panorama aufzubauen. In diesem Panorama kann sich der Mensch auf Dinge konzentrieren, die er hören will, beziehungsweise kann er Dinge gedanklich ausblenden, die ihn stören. Einzelhörgeräte, die jedes Ohr nur für sich versorgen, machen diese Fähigkeit zunichte. Hörgeräteträger können kaum erkennen aus welcher Richtung ein Ton kommt – und können innerhalb des (Mono-)Klangbildes nicht selektieren. Das ist nun anders geworden. Das Epoq XW ist das erste Hörsystem der Welt, das den Namen „System“ verdient – denn beide Geräte arbeiten zusammen. Sie erkennen gemeinsam aus welcher Richtung die Töne kommen und bewahren deren Lautstärke- und Klangunterschiede. So entsteht ein Klang-Panorama, das dem natürlichen Hören näher kommt als bisher je möglich.

Ferner gibt es im High-End-Bereich jetzt einen so genannten Streamer als Zubehör, der Bluetooth-Informationen drahtlos auf die Hörsysteme überträgt. So kann man jetzt per Knopfdruck beispielsweise Handyanrufe über seine Hörsysteme hören.

Ausgangspunkt ist der Mensch