Bevor Sie sich für ein Hörgerät entscheiden, muss eine Reihe von Faktoren betrachtet werden.
Drei physische Faktoren
1. Art und Umfang Ihres Hörvermögens
Ihr Hörakustiker wird Sie untersuchen, um festzustellen, wo genau Ihr Hör-Problem liegt. Sollten Sie recht viel Verstärkung benötigen, werden Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) vermutlich die beste Lösung sein, da sie die größte Verstärkung liefern.
2. Die Anatomie Ihrer Ohren
Wie viel Platz im Ohr und Gehörgang zur Verfügung steht, ist individuell unterschiedlich. In die meisten Ohren passt ein Im-Ohr-Hörgerät hinein, aber nicht jedes Ohr ist für die kleinsten Geräte (CIC) geeignet, die tief im Gehörgang sitzen sollen.
3. Ein oder zwei Geräte?
Wenn Sie einen beidseitigen Hörverlust haben, sollten Sie auch zwei Geräte tragen. Ein Gehör besteht nun mal aus zwei Ohren und einem Gehirn. Außerdem lässt sich damit das Risiko einer „auditiven Deprivation“ verringern, bei der das nicht versorgte Ohr wegen mangelnder Stimulierung seine Hörfähigkeit immer weit abbaut.
Fünf persönliche Faktoren
Bei der Auswahl von Hörgeräten spielen Ihre persönlichen Anforderungen eine wichtige Rolle:
1. Anforderungen an die Kommunikation
Nehmen Sie sich etwas Zeit, über die Situationen nachzudenken, in denen Sie besser verstehen möchten. Was sind Ihre Anforderungen bei der Arbeit, und was sind Ihre bevorzugten Freizeitaktivitäten? Wenn Sie Ihre Wünsche klar formulieren, kann Ihnen Ihr Hörakustiker besser dabei helfen, eine geeignete Lösung zu finden.
2. Handhabung
Je kleiner das Gerät ist, desto kleiner sind auch die Bedienelemente und die Batterie. Wenn Sie also nicht mehr gut sehen oder Ihre Fingerfertigkeit nicht mehr so gut ist, wählen Sie möglicherweise ein größeres Gerät, das leichter zu handhaben ist.
3. Kosmetik
Hörgeräte gibt es in einer Vielzahl von Größen und Farben. Besonders diskrete Lösungen sind Gehörgangsgeräte, kompakte Hinter-dem-Ohr-Geräte oder Geräte mit externem Hörer, die genau auf Ihre Haar- oder Hautfarbe abgestimmt sind. Kinder bevorzugen häufig bunte Farben.
Falls Sie eine Hightech-Lösung bevorzugen, die nicht wie ein Hörgerät, sondern eher wie ein modisches Accessoire aussieht, ist Oticon Delta die richtige Wahl. Sprechen Sie mit Ihrem Hörakustiker über Ihre persönlichen Vorlieben, damit er Ihnen helfen kann, die für Sie am besten geeignete Bauform auszuwählen.
4. Preis
Hörgeräte gibt es in verschiedenen Preislagen - und die Leistungen der Krankenkassen sind sehr unterschiedlich. Manche Krankenkassen zahlen nur Basisgeräte, andere übernehmen auch die Kosten für höherwertige Technik. Denken Sie deshalb daran, bei Ihrem Hörakustiker dieses Thema anzusprechen.
5. Qualität
Wie bereits auf der Seite „Hörtechnik“ erwähnt, ist auch das beste Hörsystem nicht so gut, wie ein optimales Gehör. Insofern sollten Sie erwägen, wie viele Abstriche von dem heute machbaren Optimum Sie für sich in Kauf nehmen wollen. Bedenken Sie bitte, dass Sie Ihre Geräte vermutlich viele Jahre Tag für Tag tragen werden. Da sollte man so wenig Kompromisse wie möglich eingehen.